Gerne übernehmen wir mit seiner Genehmigung einen Gastbeitrag von Horst Sievert von Senioren-Lernen-Online, weil wir viele seiner Gedanken teilen. Weitere Beiträge findet Ihr in seinem Blog HoSi’s Kurse
Nonliner – Anwendungen für den Start
In einem älteren Beitrag zum Thema Nonliner hatte ich denen, die die Situation der digitalen Außenseiter verbessern wollen, zu einem der individuellen Situation angepassten Gesamtplan geraten. Dieser Gesamtplan wird sicher von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Ich vermute aber, dass die Pläne Gemeinsamkeiten haben werden, die im Folgenden kurz skizziert werden sollen. Es sind nämlich die ersten Anwendungen – auf mobilen Geräten spricht man von Apps (=Applications) – für den Start eines Nonliners.
Webbrowser
Das Internet besteht aus vielen Websites, die wir neudeutsch als Homepages bezeichnen. Hinter diesen Sites verbirgt sich eine fast unendlich große Zahl an Informationen. Wenn mein 5jähriger Enkel mir nicht klar machen kann, warum er “Dart Wäder” ist und ich “Joda” sein soll, rät er mir dazu, doch auf das Safari-Symbol zu klicken und dann einmal nachzulesen. Ich habe das gern getan und danach begriffen, dass er natürlich Darth Vader, der Gute, sein muss, während er mir die Rolle von Yoda, dem Bösen, zugedacht hat.
Als durchschnittlich gebildeter und mäßig sprachbegabter Nordeuropäer gelingt es mir auch, im ZEIT-Rätsel “Um die Ecke gedacht” so kompliziert klingen Dinge wie “… wünschen einander >Hääd Uut Aastat< zum neuen Jahr” zu lösen. Die mit dem Webbrowser aufgerufene Übersetzung erkennt sehr schnell estnisch als Sprache dieses Wunsches.
Diese Fähigkeit zum Sammeln von Informationen – ganz ohne Papierlexikon und diversen Sprach-Wörterbüchern – wird auch der Nonliner schnell schätzen lernen. Alle Computer, egal ob jetzt in der Form Desktop, Laptop oder Tablet, haben standardmäßig derartige Webbrowser installiert. Ich nenne die Bekanntesten: Internet Explorer, Firefox, Chrome und Safari.
Der zweite Dienst des Internets ist die elektronische Post. Es bedarf zunächst etwas Überwindung, so regelmäßig wie man sonst im realen Briefkasten nach Posteingängen sieht, jetzt im elektronischen Postfach nachzusehen, ob und wer etwas geschrieben hat. Doch welche Freude für Großeltern, wenn sie dort die neuesten Bilder der Enkel als Anhang zu ein paar ganz in der Eile geschriebenen Zeilen finden. Sicher wäre dieser Ausstausch sonst oft erst Wochen oder Monate später erfolgt.
Aber auch außerfamiliäre Kontakte kann man oft leichter per E-Mail pflegen. Keine Frage mehr, ob man mit dem Telefonanruf unpassend kommt. Auch keine Frage mehr, ob man wichtige Dinge während des Gespräches vergisst. Die E-Mail lässt sich in aller Ruhe vorbereiten, kann zwischengespeichert und durchaus auch erst Tage später fertiggestellt und versandt werden. Das ist ganz wie beim so beliebte Brief, den man dann allerdings erst oft mehrere Kilometer weit zum Briefkasten tragen muss. Das elektronische Versenden erfordert nur “einen Klick”.
Es gibt eine große Zahl von E-Mail-Dienstleistern. In der Regel sind entsprechende Anwendungen auf den Geräten vorinstalliert. In den letzten Jahren geht der Trend aber zur Nutzung über den Webbrowser, d.h. es sind keine speziellen Anwendungen erforderlich und – das erscheint mir ganz wichtig! man kann von unterschiedlichen Geräten auf alle Informationen der E-Mail-Konten zugreifen. Hier einige Dienstleister, die Mails in der Wolke – man spricht von der “Cloud” – speichern: Google Mail, Mobile Me und Hotmail.
Videotelefonieren
“Kannst du mir beim Bau eines Hochbettes für deinen Enkel helfen”, fragt einer meiner Söhne am Telefon. Bevor ich meine Bedenken gegen diese Bettenart äußern kann, hat er mir eine Videokonferenz vorgeschlagen. Er zeigt mir seine Baupläne, ich kann meine Änderungswünsche anbringen und wir vereinbaren einen Termin für den Aufbau. Ich habe auf diese Art übrigens auch schon erklären können, warum der Spreizdübel nicht in der Kinderzimmerdecke aus Gipskarton halten kann.
Wenn der digitale Außenseiter eine Videokonferenz mit den Enkeln erlebt, wird wohl auch der konsequenteste Gegner von Computer und Internet nachdenklich werden. Spätestens dann, wenn dieses Videotelefonat von Europa nach Übersee stattfinden kann, dürfte er vom Sinn überzeugt sein.
Alle in den letzten 3 bis 4 Jahren neu gekauften Computer sollten mit Mikrofon und Kamera ausgestattet sein. Sie sind damit direkt über Anwendungen, wie Skype und FaceTime für Telefonate und Viedeotelefonate geeignet.
Ja, das wären die drei wichtigsten Anwendungen, die ich einem bisherigen digitalen Außenseiter vermitteln würde. Bleibt nur noch die Frage nach den Geräten. Doch dazu mehr in einem weiteren Beitrag, denkt
HoSi



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